Akne: Alles was Sie über die Hauterkrankung wissen müssen

Akne ist ein Sammelbegriff für verschiedene Hauterkrankungen. Während der Pubertät sind fast alle Jugendlichen davon betroffen und somit stellt Akne das am häufigsten auftretende Krankheitsbild der Haut dar. In manchen Fällen bleibt die Akne nach der Pubertät bestehen oder bildet sich erstmalig. Auch der Schwergrad und die psychische Belastung, die damit oft einher geht, können sehr unterschiedlich sein. Genauso wie die verschiedenen Ausprägungen und Ursachen für Akne. Wir haben hier deshalb für Sie die wichtigsten Informationen zum Thema zusammenstellt!

Was ist Akne?

Akne vulgaris behandeln

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Akne kann behandelt werden,­­ am besten unter ärztlicher Anleitung. Und Akne hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun! Die Ursachen sind vielfältig und werden weiter unten genauer umrissen. Doch wann spricht man von der Hautkrankheit Akne?

Das Krankheitsbild zeigt sich in erster Linie durch besonders zahlreiche

  • Pickel,
  • Mitesser,
  • Knötchen,
  • Pusteln und andere Verunreinigungen.

Einzelne Pickel am Körper gelten als normal und haben wenig mit der Hautkrankheit Akne gemein. Hier treten die zahlreichen Verunreinigungen vor allem im Gesicht, dem oberen Rücken, dem Gesäss oder den Oberarmen auf.

Das führt nicht nur zu Schmerzen und psychischen Leidensdruck, die Krankheit ist durch die Narbenbildung oft noch Jahre später erkennbar und begleitet Betroffene weit über die Pubertät hinaus.

Wie entsteht Akne?

Im Grunde entsteht Akne durch eine erhöhte Talgproduktion, durch die die Poren auf der Haut verstopft werden. Häufig entzünden sich die Akne-Pickel dadurch und vernarben anschliessend. Die schmerzenden Pusteln und Pickel haben vielfältige Ursachen und man kann sie gut in Endogene (innere) und Exogene (äussere) Ursachen unterteilen.

Endogene Ursachen

Gene und Hormone

Aufgrund verstärkter Talgproduktion (Seborrhoe) und einer Verhornungsstörung im Ausgang des Talgdrüsenfollikels bilden sich Komedonen, sogenannte Mitesser. Entzünden sich diese, entwickeln sich Papeln, Pusteln oder Knoten. Die Akne gehört also zu den vielgestaltigen (polymorphen) Hauterkrankungen mit einem komplexen genetischen sowie hormonellen Hintergrund.

Exogene Ursachen

Rauchen

Untersuchungen zeigen, dass Zigarettenrauch hohe Mengen an Arachidonsäure und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen enthält. Diese initiieren einen Phospholipase-A2-abhängigen Signalweg, der die proentzündliche Wirkung von Arachidonsäure weiter stimulieren kann. Einfach ausgedrückt, wirkt Zigarettenrauch als entzündungsfördernder Stoff, der die Pickel- und Mitesser-Produktion im Körper anregt.

Kosmetikprodukte

Bakterien können Pusteln auslösen

Für den Hauttypen ungeeignete Pflegeprodukte oder welche von minderer Qualität schaden unserer Haut. Fettige oder pudrige Texturen verstopfen zudem die Poren, was zur Bildung von Mitessern und Pickeln führt. Zur Gesichtsreinigung reicht es völlig aus, sich mit warmem Wasser zu waschen und bei Bedarf einen geeigneten Schwamm zu verwenden.

Wenn Sie Reinigungsprodukte verwenden, achten Sie unbedingt auf Ihren Hauttyp und lassen sich bei Bedarf beraten!

Bakterien

Unter anderem können Unreinheiten auch durch Bakterien entstehen, die wir selbst meist selbst durch unsere Finger auf der Haut verteilen. Deshalb sollten sie sich nur mit gewaschenen Händen ins Gesicht fassen und auch regelmässig etwaige Pinsel und Schwämme reinigen. Auch das Smartphone ist eine Brutstätte für kleine Mikroorganismen und sollte deshalb ebenfalls in regelmässigen Abständen gereinigt werden.

Sonneneinstrahlung

Bei bestimmten Formen von Akne kann UV-Strahlung die Haut beim Heilungsprozess unterstützen. Doch allgemein gilt, dass UV-Strahlung die Haut eher irritiert und deshalb sollten Sie unbedingt durch einen Arzt abklären, an welcher Form der Akne Sie leiden und ob Sie die Sonne eher meiden sollten oder eben nicht. Auch die Verwendung von Sonnencreme kann Unreinheiten provozieren, da die oft sehr dicke Textur zusammen mit Schweiss, die Poren schnell verstopfen kann.

Akne vulgaris, Akne inversa und Mallorca-Akne: Typen und Erscheinungsformen

Um Akne zu heilen, ist es wichtig zu wissen, unter welcher Form von Akne Sie leiden. Dafür haben wir hier für Sie die gängigsten Formen der ungeliebten Hautkrankheit zusammengefasst, was aber keine ärztliche Untersuchung ersetzen sollte, wenn Sie unter schweren Pusteln, Pickeln und entzündeten Mitessern leiden!

Akne-TypusBeschreibung
Acne comedonicaDiese Form der Akne tritt vor allem im Gesicht (speziell auf der Stirn, am Kinn und seitlich der Nase) auf. Sie ist gekennzeichnet durch eine grosse Zahl von Mitessern, die nur selten entzündet sind. Ausserdem sind viele Mitesser (erkennbar an den kleinen, schwarzen Punkten) geschlossen.
Acne papulo-pustulosaHier treten nicht nur Mitesser, sondern auch eitrige Pusteln auf, die das Erscheinungsbild des Patienten noch stärker prägen. Auch Pickel und kleine Knoten, die sensibel auf Berührungen reagieren, sind Teil dieser Akne-Form. Betroffene leiden ausserdem häufig unter Entzündungen der Haut, die mit einer zunehmenden Vernarbung einhergehen.   Die Acne papulo-pustulosa tritt nicht nur im Gesicht, sondern ebenso auf der Brust, dem Rücken und den Oberarmen auf.
Acne conglobataDieser Akne-Typ ist besonders schwer und schmerzhaft. Er tritt vorrangig bei Männern auf und ist durch folgende Punkte gekennzeichnet:   Bildung von grossen und schmerzhaften Knoten Verbindung mehrere Knoten zu Abszessen Entstehung von charakteristischen Akne-Narben
Acne vulgarisDie „gewöhnliche Akne“ ist die bekannteste Form, die gleichzeitig am häufigsten vorkommt. Es handelt sich hierbei um die typische Akne unter Jugendlichen in der Pubertät. Sie ist geprägt durch die Bildung vieler Mitesser und Pickel. Die Akne wird als „gewöhnlich“ bezeichnet, da sie durch normale Stoffwechsel- und Hormon-Prozesse hervorgerufen wird. Die Akne verschwindet meist mit dem Eintritt in das Erwachsenenalter.
Acne neonatorumDiese Form der Akne tritt nur bei Neugeborenen auf. Es handelt sich hierbei um eine Art der Krankheit, die meist schnell nach der Geburt abheilt und keine Narben zurücklässt. Es wird vermutet, dass männliche Sexualhormone, die die Mutter auf das Kind überträgt, der Auslöser für die Akne sind.
Acne venenataDieser Typ wird auch als Berufs- oder Kontaktakne bezeichnet. Sie betrifft Menschen, die (aus Berufsgründen) häufig mit gefährlichen Stoffen in Kontakt kommen oder sich häufig an einem heiss-feuchten Ort aufhalten. Inhaltsstoffe in Kosmetika können der Auslöser für diese Akne-Form sein.
Acne medicamentosaAkne kann auch durch die Einnahme von Medikamenten hervorgerufen werden. Achten Sie hierbei vor allem auf:   Antidepressiva Kortison-Präparate Tumor-Präparate Vitamin-Komplexe (B6, B12 und D2)
Acne aestivalis, Mallorca-AkneErscheint nach UV-Einwirkung. Hintergrund sind vermutlich Reaktionen freier Radikale mit den Lipiden aus fetthaltigen Kosmetika, Sonnenschutzmitteln oder dem körpereigenen Talg, aus denen entzündungsfördernde Substanzen hervorgehen.
Acne CosmeticaWird durch Kosmetikprodukte ausgelöst, die die Bildung von Poren verstopfenden Mittessern fördern.

Folgen und Komplikationen: Wie lange hat man Akne?

Wie lange man unter der unschönen Hautirritation zu leiden hat, kann man pauschal schwer abschätzen. Wichtig ist immer den Ausprägungsgrad und den Akne-Typ zu kennen, um Aussagen bezüglich der Heilungsdauer zu treffen!

Aknebedingte Entzündungen können mit Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Druckschmerz einhergehen. Bei grösseren Entzündungen drohen zusätzlich Lymphknotenschwellungen, Kopfschmerz, Fieber und Sepsis.

Durch sogenannte Schmierinfektion kann der Ausbruch einer Follikulitis/Furunkulose begünstigt werden. Schwere, stark entzündliche Akneformen sind zu guter Letzt auch immer mit einer unschönen Narbenbildung verbunden.

Des Weiteren kann die Akne zu psychischen und sozialen Problemen bei den Betroffenen führen, da sie als stigmatisierend empfunden wird. Phobische Störungen, Neurosen, Beziehungsstörungen, Mobbing des Betroffenen durch seine soziale Umwelt, Depressionen und Suizidalität sind möglich und so kann man an den Folgen der Akne noch leiden, wenn die Haut schon wieder abgeheilt ist.

Tabletten, Cremen, Ernährungsumstellung: Wie behandelt man Akne am besten?

Ausser in leichten Fällen von Akne ist die Behandlung durch einen Hautarzt unbedingt zu empfehlen. Dabei stehen mehrere Wirkstoffe und Therapie-Möglichkeiten zur Verfügung.

Die medikamentöse Therapie versucht, die Talgproduktion zu reduzieren, den Verhornungsvorgang im Ausführungsgang des Talgdrüsenfollikels zu normalisieren, Bakterien zu bekämpfen und die Entzündungsreaktion günstig zu beeinflussen.

Akne mit Mitteln verhindern

Dabei kommen unter anderem folgende Therapien zum Einsatz:

  • Alpha-Hydroxy-Säuren (Fruchtsäure-Therapie)
  • Antibiotika-Therapie zur Bakterienbekämpfung
  • Benzoylperoxid-Gel-Therapie
  • Hormon-Therapie über die Anti-Baby-Pille bei Frauen
  • Therapie mit Linolsäure-Haltigen Cremes
  • Lichttherapie mit UV-Strahlung.
  • –> Hier ist Vorsicht geboten, da die Therapie ohne ärztliche Aufsicht die Akne sogar verschlimmern kann!
  • Salicylsäure
  • Zinkverbindungen, die den Wundheilungsprozess verbessern

Wichtig: Eine ausgewogene Ernährung kann helfen Akne zu lindern, jedoch ist auch hier eine ärztliche Untersuchung Voraussetzung!

Kann man Akne vorbeugen und was hilft, wenn sie bereits ausgebrochen ist?

Akne kann behandelt und sogar geheilt werden. Wichtig ist hierbei, dass Sie wissen, unter welcher Form von Akne Sie leiden und was Sie dagegen unternehmen können. Darüber hinaus helfen folgende Tipps, um Akne zu lindern

Das Gesicht waschen – und zwar richtig

Akne entsteht unter anderem aufgrund einer Überfunktion der Talgdrüsen. Das bedeutet, dass die Drüsen unter der Haut übermässig viel Talg produzieren, was wiederum zu Pickeln und Mitessern führt. Verschlimmert wird die Situation durch ein erhöhtes Vorkommen von Bakterien, die zu einer schnelleren Entzündlichkeit der Haut beitragen.

Wenn Sie unter Akne leiden, sollten Sie versuchen, die Entzündungen durch Anfassen und Ausdrücken weitestgehend zu vermeiden. Die Gründe, die dafürsprechen, liegen auf der Hand:

  • Die Akne fällt weniger auf.
  • Die Akne tut weniger weh.
  • Narben werden vermieden.

Damit Ihnen das gelingt, gilt es, die betroffene Haut täglich mit den richtigen Produkten zu reinigen und zu pflegen. Hierfür verwenden Sie hautfreundliches Reinigungsmittel wie zum Beispiel Seifen oder Waschgels. Achten Sie darauf, dass der pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 liegt.

Wichtig: Nach der Reinigung muss die Haut gründlich getrocknet werden. Nutzen Sie hierzu ein sauberes Handtuch und vermeiden Sie Reibung. Die Haut wird geschont, indem sie nur leicht abgetupft wird.

Neben der routinemässigen Reinigung sollten Sie zusätzlich darauf achten, das Gesicht immer dann zu waschen, wenn Sie geschwitzt haben. Dadurch wird verhindert, dass der Schweiss die Talgdrüsen verstopft und neue Pickel gebildet werden. Auch eine weitere bakterielle Verbreitung wird hierdurch vermieden.

Die richtige Frisur

Akne tritt besonders häufig auf der Stirn auf. Viele Betroffene versuchen die Krankheit zu verbergen, indem sie sich einen Pony wachsen lassen. Dieser Haarschnitt sollte jedoch unbedingt vermieden werden, da das Reiben der Haare auf der entzündeten Haut die Akne noch zusätzlich verschlimmert. Aus diesem Grund sollten Haare, die ins Gesicht fallen, nach Möglichkeit immer weggesteckt oder nach hinten gekämmt werden.

Die optimale Hautpflege

Viele Hautpflegeprodukte beinhalten viel Öl und Fett. Diese Stoffe machen die Haut zwar geschmeidig, verstopfen die Talgdrüsen aber zusätzlich. Verzichten Sie daher besser auf fett- und ölhaltige Produkte, wenn Sie unter Akne leiden, und greifen Sie lieber auf Cremes zurück, die eine Wasserbasis aufweisen. Diese Produkte fühlen sich allgemein leichter an und ziehen schneller ein.

Eine ausgewogene Ernährung

Gesunde Ernährung für eine gesunde Haut

Es kann durchaus hilfreich sein, wenn Sie sich als Akne-Patient ausgewogen und gesund ernähren. Verzehren Sie möglichst frische Lebensmittel und trinken Sie viel Wasser. Allzu Fettiges und zuckerhaltige Lebensmittel sollten dagegen weniger oft verzehrt werden. Dass Schokolade und Co. jedoch Pickel verursachen ist zu pauschal gesagt. Denn wie so oft macht eben die Menge das Gift!

Tipp: Manche Menschen stellen fest, dass sie auf gewisse Lebensmittel mit einer erhöhten „Pickel-Produktion“ reagieren. Beobachten Sie deshalb, welche Speisen Ihre Akne eventuell beeinflussen – und vermeiden Sie diese anschliessend.

Akne-Pickel nicht ausdrücken

Leider verleiten Akne-Pickel dazu, sie direkt nach ihrer Entstehung auszudrücken. Hierbei handelt es sich jedoch um einen grossen Fehler.

Wenn Sie versuchen, einen Pickel auszudrücken, riskieren Sie damit, dass sich dieser entzündet, schmerzt und eventuell sogar vernarbt. Grund hierfür sind häufig unhygienischen Bedingungen, beispielsweise schmutzige Finger. So gelangen Bakterien in die Haut, und verschlimmern das Hautbild so zusätzlich.

Der Besuch beim Arzt

Wenn die Akne nicht mithilfe von gängigen Pflegeprodukten aus der Drogerie behandelt werden kann, ist ein Gang zum Arzt unverzichtbar. Dieser wird gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan erstellen und Ihnen gegebenenfalls Medikamente verschreiben.

Häufig können Ärzte ermitteln, ob eine Sonderform der Akne vorliegt. Dann gilt es natürlich, den Auslöser der Erkrankung, beispielsweise Medikamente oder giftige Stoffe, zu identifizieren und entsprechende Lösungen zu finden.

Akne: Eine Hautkrankheit mit sehr guten Heilungschancen!

Akne ist nicht unheilbar. Auch schwere Formen können häufig erfolgreich behandelt werden. Wichtig ist, dass Sie sich von einem Experten beraten lassen, entsprechende Pflegeprodukte verwenden und die betroffene Haut regelmässig reinigen. Ausserdem müssen Sie unbedingt davon absehen, die Pickel selbst auszudrücken – und wenn Sie unsere Tipps beherzigen, können Sie schon bald wieder mit einem schönen Teint glänzen.

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