Brustimplantate: Brustvergrösserung mit Implantaten

Um die Brustvergrösserung mit Implantaten ranken sich viele Mythen: Krebserregend sollen die mit Silikongel gefüllten Kissen sein, alle paar Jahre sollen sie angeblich ausgetauscht werden – doch was ist dran an all diesen Behauptungen? Im Ratgeber finden Sie die wichtigsten Informationen zu tropfenförmigen und runden Implantaten, den häufigsten Komplikationen und Risiken, der Dauerhaftigkeit von Brustimplantaten und vieles mehr.

Grössen, Formen und Material bei Brustimplantaten

Die Brustvergrösserung mit Implantaten ist eine sehr beliebte Methode der plastischen Chirurgie. Dabei kommt es immer auf den Einzelfall an, welche Implantatgrösse und -form gewählt wird, weshalb ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt unverzichtbar ist.

Was ist die kleinste Grösse?

Das kleinste Implantat für eine Brustvergrösserung hat eine Füllung von 50 ml. Die Entscheidung, welches Implantat eingesetzt wird, sollte allerdings nicht davon abhängig gemacht werden, welche Grösse das Minimum bzw. Maximum ist. Denn der wichtigste Faktor ist letztendlich, dass das Volumen des Implantats zum Körperbau passt.

Ist das Implantat zu gross bzw. zu schwer für die körperlichen Voraussetzungen der Patientin, wird das Brustgewebe übermässig stark beansprucht. In Extremfällen leidet auch die Rückengesundheit unter dem zu hohen Gewicht des Brustimplantats. Ein guter plastischer Chirurg sollte deshalb immer ausführlich mit seiner Patientin besprechen, welche Grösse realistisch betrachtet zu einem dauerhaft schönen und für sie angenehmen Ergebnis führen wird.

Brustimplantat Formen
Die Form des Implantats ist frei wählbar, je nachdem welches Ergebnis erzielt werden soll.

Anatomische oder runde Brustimplantate?

Die Form des Implantats hängt in der Regel ebenfalls davon ab, welches optische Ergebnis erzielt werden soll. Die anatomische Form, auch als Tropfenform bekannt, führt zu einem sehr natürlich wirkenden Resultat. Rund zwei Drittel des Volumens liegen dabei im unteren Bereich der Brust, da der untere Teil des Implantats mehr gefüllt ist als der obere.

Diese Variante ist unter anderem bei Frauen mit wenig eigenem Brustgewebe beliebt, da die Proportionen trotz künstlichem Implantat weiterhin sehr natürlich wirken. Runde Implantate wiederum lassen das Dekolleté voller wirken; die Füllmenge verteilt sich dabei gleichmässig über das ganze Silikonkissen. Vergleichbar ist das in etwa mit dem Effekt eines Push-Up-BHs.

Welches Material sollen die Implantate haben?

Moderne Brustimplantate sind mit Silikon-Kohäsivgel gefüllt. Dieses hat eine gallertartige Konsistenz, was den Vorteil hat, dass die Substanz nicht auslaufen kann. Zwar ist es bei hochwertigen Implantaten ohnehin sehr unwahrscheinlich, dass das Obermaterial Risse bekommt, im Zweifelsfall ist allerdings das Silikongel die sicherste Füllvariante.

Ein Maximum an Sicherheit bietet ein mehrschichtiger Aufbau des Implantats, bestehend aus Hülle und Silikonfüllung. Noch vor einigen Jahren enthielten Brustimplantate auch Kochsalzlösung, doch diese Option findet heute kaum noch Verwendung. Das liegt unter anderem daran, dass sich durch die flüssige Kochsalzfüllung Wellen bilden können. Auf gesundheitlicher Ebene ist diese Füllung allerdings unbedenklich, da austretende Flüssigkeit vom Körper einfach ausgeschieden werden kann.

Haltbarkeit: Brustimplantate im Alter

Lange Zeit galt der Grundsatz, dass Brustimplantate nach spätestens 15 Jahren gewechselt werden müssen. Diese Ansicht ist dank stets weiterentwickelter Implantate heute nicht mehr aktuell. Sofern keine Komplikationen auftreten, ist die Folgeoperation nach einigen Jahren mittlerweile keine Notwendigkeit mehr.

Allerdings sollte bedacht werden, dass das Implantat nichts am natürlichen Alterungsprozess ändert. Konkret bedeutet das: Das Brustgewebe verändert sich im Lauf der Zeit und erschlafft, sei es nun aufgrund von fortschreitendem Alter oder starken Gewichtsschwankungen. Das Implantat und die so entstandene Form des Dekolletés bleiben jedoch gleich.

Wenn eine Frau also nach Jahrzehnten nicht mehr mit dem Gesamtbild zufrieden ist, wird womöglich ein weiterer Eingriff wie zum Beispiel eine Bruststraffung nötig. Die gute Nachricht in dieser Hinsicht ist, dass es keine Altersobergrenze gibt, was das Einsetzen von Brustimplantaten betrifft. Wichtig ist für einen erfolgreichen Eingriff nur die gute Gesundheit der Patientin.

Schwangerschaft: Kann man mit Brustimplantaten stillen?
Der Faktor Stillen sollte bei einem ärztlichen Gespräch abgeklärt werden.

Schwangerschaft: Kann man mit Brustimplantaten stillen?

Auch der Faktor Stillen ist ein Grund, warum das ärztliche Gespräch unbedingt nötig ist. Denn in der Vorbesprechung sollte nicht zuletzt auch geklärt werden, ob die Patientin in Zukunft plant, Kinder zu stillen. Davon hängt nämlich die Technik während der Operation ab.

Werden die Implantate über die Achselhöhle oder durch einen Schnitt unter der Brust eingesetzt, leidet die Fähigkeit zu stillen darunter nicht. Die Implantate beeinflussen dann in keiner Weise das Stillen. Das gilt auch auf lange Sicht, denn in bzw. nach der Schwangerschaft verändert sich nur das Brustgewebe, nicht aber das Implantat selbst. Erfolgt das Einlegen der Silikonkissen jedoch über den Brustwarzenbereich, sind Einschränkungen möglich.

Nebenwirkungen und Risiken bei Brustimplantaten

Vorweg sei gesagt: Eine Brustvergrösserung mit Implantaten bringt als geplanter Eingriff beim erfahrenen Plastischen Chirurgen geringe Risiken mit sich. Ganz ausgeschlossen werden können Komplikationen, wie zum Beispiel Nachblutungen oder Infektionen nicht. Abgesehen davon verbinden aber viele Menschen eine Brustimplantat-Operation mit Schauergeschichten, die bei einem seriösen Plastischen Chirurgen nicht auftreten.

Krank durch Brustimplantate – ist das möglich?

Für neue, moderne Brustimplantate aus Silikon gelten in ganz Europa strenge Richtlinien, so dass die Befürchtung durch Silikonimplantate krank zu werden unbegründet ist.

Das Tumorrisiko wird also durch moderne Silikonimplantate in keiner Weise beeinflusst. Die Implantate spielen nur dann eine Rolle, wenn es um Mammografie-Untersuchungen geht: Der behandelnde Arzt sollte Bescheid wissen, damit er die Ergebnisse entsprechend genau auswerten kann.

Eine Ausnahme, die der Vollständigkeit halber erwähnt werden soll, ist eine sehr rare Form von Lymphdrüsenkrebs (ALCL). Diese tritt unter Millionen von Implantatträgerinnen jedoch so selten auf, dass es bis dato keine aussagekräftigen Zahlen dazu gibt. Das Risiko einer Erkrankung ist äusserst gering und die Behandlungsmöglichkeiten sind gut: Meist genügt es, Implantate und umliegendes Narbengewebe zu entfernen.

Wie lange dauert es, bis Brustimplantate eingewachsen sind?

Brustimplantate: Brustvergrösserung mit Implantaten
Auch eine Brustvergrösserung ohne Silikonimplantate ist möglich.

Diese häufig gestellte Frage ist etwas irreführend, denn tatsächlich ist nicht pauschal davon auszugehen, dass ein Implantat einwächst. Die noch am häufigsten auftretende Nebenwirkung ist die sogenannte Kapselfibrose. Dabei verhärtet sich das Gewebe rund um die Implantate.

Das Risiko einer solchen Verhärtung und auch das Risiko des Einwachsens kann durch Implantate mit texturierter Oberfläche gemindert werden. Gesteigert wird das Risiko wiederum durch Nachblutungen und Schädigungen des Gewebes – Faktoren, die durch sauberes Handwerk und sorgfältige Nachkontrollen ausgeschlossen werden können.

Wer eine Brustvergrösserung ohne Silikonimplantate möchte, kann übrigens auf die Behandlung mit Eigenfett ausweichen. Da es sich um eigenes Gewebe handelt, nimmt der Körper dieses Fett problemlos an. Das Risiko einer Kapselfibrose ist dadurch jedoch nicht zu hundert Prozent aufgehoben und das Eigenfett wird im Lauf der Zeit auf natürliche Weise wieder abgebaut.

Was passiert, wenn Brustimplantate platzen?

Auch diese gängige Sorge lässt sich entschärfen: Moderne Brustimplantate sind aus hochwertigen Materialien gefertigt und bestehen aus mehreren Schichten, so dass es äusserst unwahrscheinlich ist, dass überhaupt Risse entstehen. Und sogar im Ernstfall entsteht kein wesentliches Risiko, da das Silikongel dank seiner Konsistenz nicht auslaufen kann. Sofern also die Operation professionell durchgeführt wird, muss sich keine Patientin die oben genannte Frage ernsthaft stellen.

Wann man Brustimplantate entfernen oder wechseln sollte

Wie bereits erwähnt, ist es theoretisch nicht zwingend notwendig, die Brustimplantate zu wechseln oder zu entfernen. Eine Ausnahme besteht natürlich im Fall einer Kapselfibrose: Wenn sich das Gewebe um die Implantate verhärtet, sollten die Silikoneinlagen doch gewechselt werden.

Brustimplantate bei Männern

Beim Thema Brustimplantate kommt manchmal auch das Thema „Implantate bei Männern“ zur Sprache. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Implantate zur Vergrösserung des Brustumfangs, wie es bei Frauen der Fall ist. Vielmehr werden die Implantate bei Männern dazu eingesetzt, stärker definierte Brustmuskeln zu schaffen. Der häufiger durchgeführte Eingriff ist jedoch das Gegenteil: das Verkleinern der männlichen Brust, wenn das Erscheinungsbild sehr weiblich ist und der Mann sich damit unwohl fühlt.

Das Einsetzen von Brustimplantaten ist und bleibt ein operativer Eingriff mit allen gängigen Risiken und Nebenwirkungen. Es ist nur verständlich, dass Patientinnen sich diesen Schritt gründlich überlegen möchten.

In der heutigen Zeit kann man jedoch sagen, dass die hochwertigen Materialien sowie bestens entwickelte Verfahren bei professionellen Ärzten die Wahrscheinlichkeit drastisch senken, dass Komplikationen auftreten. Gab es bei Brustimplantaten noch vor wenigen Jahrzehnten eindeutige Risikofaktoren, ist der Stand der Dinge im Jahr 2018 schon ganz anders – eine Tatsache, die Ihnen auch der Arzt im Beratungsgespräch näher erklären wird und sollte.

 

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