Hängebrüste: 8 Fakten und Tipps zu schlaffen Brüsten

Brüste sind seit jeher ein Symbol für Weiblichkeit. Viele Frauen wollen dem gesellschaftlichen Schönheitsideal gerecht werden und träumen von einem möglichst grossen und prallen Busen. In der Realität sind jedoch Hängebrüste wesentlich häufiger als der idealisierte straffe Busen, was sich bisweilen negativ auf das Selbstbewusstsein der Betroffenen auswirken kann. Erfahren Sie hier, welche Ursachen Hängebrüsten zugrunde liegen und welche Methoden zu einem nachweislich strafferen Busen führen.

Ab wann spricht man von Hängebrüsten?

Ein leichtes Hängen der weiblichen Brust ist vollkommen natürlich. Verlagert sich das Brustgewebe allerdings zunehmend in Richtung Bauchnabel, sprechen Mediziner von sogenannten Hängebrüsten (Mastoptosis).

Je nachdem, wie stark die erschlafften Brüste abgesunken sind, können sie in vier verschiedene Schweregrade unterteilt werden.

Keine Hängebrust (Grad 0): Ist die Brust normal geformt, befindet sich der Mittelpunkt der Brustwarze oberhalb der Unterbrustfalte. Die Brustwarzen können nach oben zeigen.
Leichte Hängebrust (Grad 1): Hier liegt der Mittelpunkt der Brustwarze ein wenig unterhalb oder auf gleicher Höhe mit der Unterbrustfalte. Bei dieser Ausprägung handelt es sich um die am weitesten verbreitete Form der Hängebrüste.
Mittelmässige Hängebrust (Grad 2): Bei einer mittelmässigen Hängebrust ist der Mittelpunkt der Brustwarze etwa 1 bis 3 cm unterhalb der Unterbrustfalte zu finden. Bei einer grösseren Oberweite können die Brustwarzen nach unten zeigen.
Starke Hängebrust (Grad 3): Bei der ausgeprägtesten Form der hängenden Brüste liegt der Mittelpunkt der Brustwarze mehr als 3 cm unterhalb der Unterbrustfalte. Jetzt können auch bei kleinen Brüsten die Brustwarzen nach unten zeigen.

Ursachen für Hängebrüste

Im Laufe des Lebens ist es ganz normal, dass die weibliche Brust nicht immer dieselbe Form und Grösse aufweist. Wenn das Brustgewebe immer weiter erschlafft, können genetische Veranlagungen oder die folgenden Lebensumstände mögliche Ursachen sein.

Schlaffe Brüste nach Schwangerschaft und Stillzeit

Hängebrüste wegen Stillen
Nach dem Abstillen erschlafft das Bindegewebe.

Bei einer Schwangerschaft wird der weibliche Körper zunehmend auf das Ereignis der Geburt und die nachfolgende Stillzeit vorbereitet. Dafür verantwortlich sind die Hormone Östrogen, Progesteron und Oxytocin.

Bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft vergrössern sich die Brüste aufgrund der Muttermilchproduktion. Sie können so stark anwachsen, dass sie letztendlich bis zu drei Körbchengrössen mehr ausmachen. Beim Milcheinschuss, der wenige Tage nach der Geburt einsetzt, vergrössern sich die Brüste nochmals.

Sobald das Baby abgestillt wurde und die Milchproduktion beendet ist, bilden sich die Brüste nach und nach wieder zurück. Das grössere Brustdrüsengewebe wird ab diesem Zeitpunkt nämlich nicht mehr benötigt. Weil die Brust sehr stark an Volumen verliert, erschlafft das Bindegewebe und hängende Brüste sind die Folge.

Hängebusen im fortgeschrittenen Alter

Mit zunehmendem Alter einer Frau produziert der Körper weniger Östrogene. Während der Wechseljahre (Menopause) wird mehr Fett in den Brüsten eingelagert, sodass es zu einem verstärkten Brustwachstum kommen kann. Das erhöhte Brustgewicht kann den zuvor kleineren Busen nach unten wandern lassen.

Darüber hinaus produziert der Körper mit zunehmendem Alter weniger Kollagen und Elastin – zwei essenzielle Bindegewebsfasern, die für Hautelastizität sorgen. Die Haut wird schlaffer und es entstehen immer mehr Falten. Weil der gesamte Körper von dieser Abnahme betroffen ist, werden auch die Brüste nicht davon verschont. Sie verlieren an Straffheit und beginnen zu hängen.

Schlaffe Brust nach Gewichtsverlust

Hängebrüste können durch eine starke Gewichtsabnahme innerhalb kürzester Zeit entstehen. War der Busen jahrelang an ein erhöhtes Körpergewicht gewohnt, ist die Haut dementsprechend gedehnt.

Wer Gewicht verlieren will, kann sich nicht aussuchen, an welchen Körperstellen das Fett am schnellsten verschwindet. Wird die Brust schlanker, kann sich das Haut- und Bindegewebe nicht ausreichend zurückbilden. Nach der Gewichtsabnahme bleibt dadurch ein Hautüberschuss zurück und die Brustwarzen werden nach unten gezogen. Das Ergebnis: Hängebrüste.

Was tun gegen Hängebrüste?

Hängebrüste loswerden
Es stehen verschiedene operative Methoden zur Verfügung.

Ein schöner Busen ist ausschlaggebend für das seelische und körperliche Wohlbefinden einer Frau. Weil hängende Brüste dem weitverbreiteten weiblichen Schönheitsideal widersprechen, kann die erschlaffte Haut am Busen für die Betroffenen äusserst belastend sein. Es gibt jedoch verschiedenste Methoden, um wieder zu einer strafferen Brust zu kommen.

Ist die hängende Brust ausgeprägt, sodass sie die persönliche Lebensgestaltung beeinträchtigt, ist ein operativer Eingriff ratsam. Bei einer erschlafften Brust bieten sich die Methoden Brustvergrösserung und Bruststraffung an. Welcher Eingriff sinnvoll ist, hängt von der Brustgrösse und dem Schweregrad der Hängebrust ab. Da es sich bei beiden Operationen um rein ästhetische Eingriffe handelt, müssen die anfallenden Kosten von der Patientin selbst getragen werden. Die Kostenhöhe ist dabei stets von der ausgewählten Operationstechnik abhängig und kann daher nicht verallgemeinert dargestellt werden. In einem Beratungsgespräch werden die entstehenden Kosten berechnet.

Brustvergrösserung bei Hängebusen

Die Brustvergrösserung (Mammaaugmentation) zählt zu den häufigsten operativen Eingriffen der plastischen Chirurgie. Durch das Einsetzen von Silikonimplantaten können hängende Brüste sichtbar gestrafft werden. Die Brustform wird verschönert und steht dadurch mit den restlichen Körperproportionen im Einklang.

Dieser operative Eingriff findet in Vollnarkose statt und dauert ca. 1 bis 1,5 Stunden. Vor dem operativen Eingriff wird mit der Patientin ein persönliches Beratungsgespräch geführt. Dabei werden Operationsmethoden und mögliche Risiken genauestens erläutert. Nach einer ausführlichen Untersuchung werden Implantatgrösse, Schnitttechnik und Platzierung ausgewählt.

Methoden der Brustvergrösserung

Bei einer operativen Brustvergrösserung stehen verschiedene Schnitttechniken und Platzierungsmöglichkeiten der Brustimplantate zur Auswahl. Welche Methode sich am besten eignet, ist von Patientin zu Patientin unterschiedlich.

Schnitttechniken

Mögliche Schnittstellen bei einer Brustvergrösserung sind:

  • In der Unterbrustfalte: Dieser ca. 4 cm lange Schnitt wird am häufigsten ausgewählt. Er ermöglicht einen besonders guten Zugang, die Brust kann leicht geformt werden und die Stillfähigkeit bleibt erhalten.
  • In der Achsel: Dieser ungefähr 3 bis 5 cm lange Schnitt eignet sich nur bei kleinen Implantaten. Es besteht zwar ein erschwerter Zugang für den Chirurgen, aber die Brust selbst bleibt narbenfrei.
  • Im Brustwarzenhof: Ein Schnitt in diesem Bereich wird seltener angewendet. Dieser eignet sich sehr gut, wenn die Brustwarzenhöfe angepasst oder neu positioniert werden sollen. Die Narbe ist durch die dunklere Hautpigmentierung wenig sichtbar.

Wo wird das Implantat platziert?

Das Brustimplantat kann in den folgenden drei Bereichen angebracht werden:

Implantat Bereiche

Subglandulär –  zwischen Brustdrüse und Brustmuskel: Wird das Implantat in diesem Bereich positioniert, kommt es zu einer schnellen Heilung mit geringen Schmerzen.
Submuskulär – unter dem Brustmuskel: Hier kann das Implantat rutschsicher angebracht werden, aber der Heilungsprozess dauert etwas länger. Bei Muskelanspannungen können sich die Brüste verformen.
Subpectoral – Dual Plane: Hier befindet sich der obere Teil des Brustimplantates hinter den Muskeln und der untere Teil hinter der Milchdrüse.

 

Nachsorge bei einer Brustvergrösserung

Nach einer operativen Brustvergrösserung können die Brüste in den ersten Tagen spannen und schmerzen. Diese Empfindungen legen sich jedoch von selbst wieder. Insgesamt werden 2-3 Nachkontrollen durchgeführt. Die Überprüfung des Operationsergebnisses endet mit einer Abschlusskontrolle (nach ca. 6 Monaten).

Als Patientin sollten Sie sich nach der Operation folgende Verhaltensregeln beachten, um den Heilungsprozess optimal zu unterstützen.

  • Berufstätigkeit: Direkt nach der OP sollten Sie nicht arbeiten. Je nach Tätigkeit können Sie Ihrem Beruf nach 3 bis 7 Tagen wieder nachgehen.
  • Sportliche Aktivitäten: Abhängig von der Sportart sollten Sie sich für 2 bis 6 Wochen nicht körperlich verausgaben. Sportarten, bei denen die Brust- und Armmuskulatur zu sehr in Anspruch genommen wird, sollten für ca. 8 Wochen vermieden werden.
  • Gut sitzender BH: Sie sollten für ca. 4 bis 6 Wochen dauerhaft einen gut sitzenden Büstenhalter tragen, der die notwendige Stabilität bietet.

 

Operative Bruststraffung bei Hängebusen

Neben einer Brustvergrösserung mit Silikonimplantaten kann eine Bruststraffung (Mastopexie) hängenden Brüsten entgegenwirken. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Straffung und Entfernung der überschüssigen Haut bei einer erschlafften Oberweite.

Die Bruststraffung wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert insgesamt ca. 2 bis 2,5 Stunden. Bei diesem operativen Eingriff werden bis zu drei Schnitte gesetzt, um einerseits das überschüssige Hautgewebe zu entnehmen und andererseits die Brustwarze in eine höhere Position zu versetzen.

Je nach Schnitttechnik unterscheidet man zwischen verschiedenen Methoden, die genauso bei einer Brustverkleinerung angewendet werden.

 

Was nach der Bruststraffung zu beachten ist

Nach der operativen Bruststraffung sollten Sie Folgendes beachten:

  • Arbeits- und Sportfähigkeit: Für die Aufnahme der beruflichen Tätigkeit und Sportarten beachten Sie die gleichen Zeiträume, wie bei der Brustvergrösserung.
  • Kontrolltermine: Zur Überprüfung des Operationsergebnisses werden nach einer Bruststraffung zwei Nachsorgetermine (nach 1 Woche und nach ca. 6 Wochen) festgelegt. Nach etwa 6 Monaten steht eine Abschlusskontrolle an.

 

Nebenwirkungen einer Bruststraffung

Obwohl bei einer Bruststraffung Komplikationen selten auftreten, muss die Patientin dennoch über mögliche Risiken aufgeklärt werden. Nach der Operation kann es zu Blutergüssen (Hämatome), Infektionen, Nachblutungen und Schwellungen kommen.

Ausserdem kann die Patientin Gefühlsstörungen in der Brustwarze und im umliegenden Hautgewebe verspüren. All diese Nebenwirkungen bilden sich allerdings von selbst wieder zurück und sind kein Grund zur Sorge.

Die operative Bruststraffung hinterlässt darüber hinaus sichtbare Narben im Schnittbereich. Diese verblassen zwar mit der Zeit immer mehr, aber sie bleiben für das restliche Leben der Patientin vorhanden.

Die Brust ist ein bedeutendes weibliches Merkmal. Besitzt sie nicht die gewünschte Form, kann das negative Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein der betroffenen Frau haben. Zur Korrektur einer hängenden Brust eignen sich vor allem eine operative Brustvergrösserung oder Bruststraffung.

 

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