Schwangerschaftsstreifen: Unschöne Dehnungsstreifen entfernen lassen

Sie treten bereits während oder im Anschluss an eine Schwangerschaft an Bauch, Oberschenkeln und Brüsten auf. Veranlagung und Aufbau des Bindegewebes sind entscheidend darüber, wie anfällig man ist. Die Rede ist von Schwangerschaftsstreifen, feinen Rissen in der Unterhaut, die anfangs rötlich schimmern und später feine, weisse Narben hinterlassen. Die Dehnungsstreifen werden im lateinischen Fachwort auch als Striae bezeichnet und sind ein ungefährliches kosmetisches Problem. Wir erklären alles, was Sie über die unschönen Streifen wissen müssen von ihrer Entstehung bis hin zur Entfernung.

Entstehung: Bindegewebsschwäche als kosmetischer Makel

Schwangerschaftsstreifen: Unschöne Dehnungsstreifen entfernen lassen
Veranlagung und Aufbau des Bindegewebes sind für Schwangerschaftsstreifen ausschlaggebend.

Schwangerschaftsstreifen entstehen aufgrund einer raschen Dehnung des Bindegewebes der Haut. Wie Orangenhaut stellen sie eine Bindegewebsschwäche dar. Das Gewebe reisst ein, anfangs schimmern die roten Blutgefässe unter der dünnen Haut. Im Laufe der Zeit vernarben diese, bis nur mehr blasse, weisse Narben zu sehen sind. Ein hoher Prozentsatz aller schwangeren Frauen leidet unter den Streifen am Bauch, aber auch an Oberschenkel, Po und Brüsten. Während der Schwangerschaft sind vor allem Frauen betroffen, bei denen die Kollagenneubildung eingeschränkt ist, häufig sind dies eher jüngere Frauen als ältere. Auch wer mit Mehrlingen schwanger ist, kann nicht selten feine Streifen auf der Haut entdecken.

Allerdings sind die Dehnungsstreifen nicht ausschliesslich der Schwangerschaft vorbehalten. Eine Gewichtszunahme innerhalb kürzester Zeit strapaziert die dünne Haut, während der Pubertät hinterlassen Wachstumsschübe und hormonelle Umstellungen ihre Spuren. Wer viel Sport macht und dabei als Frau auf einen Sport-BH verzichtet, riskiert die Entstehung von Streifen. In einer Phase von extremem Muskelaufbau lassen sich Dehnungsstreifen häufig nicht vollkommen vermeiden. Die Einrisse in der Haut sind weder schmerzhaft noch gesundheitsgefährdend. Trotzdem wünschen viele Frauen – und auch Männer, die ebenfalls betroffen sein können – effektive Mittel, damit die Dehnungsstreifen gar nicht erst entstehen können bzw., um sie nachhaltig zu entfernen.

Vorbeugung: So vermeiden Sie Schwangerschaftsstreifen

Die schlechte Nachricht zuerst: Leider lassen sich Dehnungsstreifen nicht vollkommen vermeiden. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine Prädisposition, also eine familiäre Veranlagung, besteht. Dennoch können vorbeugende Massnahmen ergriffen werden, die während einer Schwangerschaft und auch darüber hinaus nicht nur gut für das Bindegewebe sind, sondern auch den allgemeinen Gesundheitszustand unterstützen können.

Gymnastik und Yoga gegen Dehnungsstreifen
Bewegung wirkt während der Schwangerschaft vorbeugend gegen Dehnungsstreifen.

Dazu gehört die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser, verdünnten Säften oder Tee. Auch eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Elastizität der Haut. Insbesondere auf die Aufnahme von ausreichend Vitamine sollte für die Kollagenbildung geachtet werden, allen voran Vitamin E, das in Nüssen und pflanzlichen Ölen vorhanden ist. Damit die Haut nicht austrocknen kann, ist regelmässige Hautpflege ein Muss. Cremes und Öle sind häufig für die Entfernung von Dehnungsstreifen nur bedingt geeignet. Das Auftragen auf der nackten Haut nach dem Duschen ist dennoch eine geeignete Massnahme, um der Entstehung vorzubeugen. Übrigens: Zu heisse Duschen oder Bäder sollten Sie möglichst vermeiden.

Darüber hinaus sind Bewegung und Sport das A und O für die (Haut)gesundheit. Regelmässiger Sport festigt das Hautgewebe. Geeignet sind besonders Sportarten wie Schwimmen, Yoga oder Gymnastik. Dabei sollte insbesondere auf funktionale und stützende Kleidung (z.B. Sport-BH), die nicht einschneidet, geachtet werden. Das Bindegewebe kann zusätzlich durch Wechselduschen trainiert werden.

Auch Massagen können die Durchblutung anregen und Schwangerschaftsstreifen vorbeugen. Am besten eignet sich dafür am Bauch eine Zupfmassage von der Bauchaussenseite in Richtung des Bauchnabels. Sie kann durch pflegende Öle weiter unterstützt werden. Während der letzten Wochen der Schwangerschaft sollte allerdings darauf verzichtet werden. Zudem sollte der Bereich des Schambeins nicht massiert werden, da so unter Umständen Wehen ausgelöst werden könnten.

Entfernung: Was tun gegen Dehnungsstreifen?

Ein Patentrezept gegen Schwangerschaftsstreifen gibt es leider nicht. Die gute Nachricht lautet, dass sie im Laufe der Zeit so sehr verblassen, dass die feinen Narben kaum ins Gewicht fallen. Wer sich dennoch wünscht, die unschönen Streifen loszuwerden, kann aus verschiedenen Therapieansätzen mit unterschiedlich guten Erfolgsaussichten auswählen und sich für die Massnahme entscheiden, die Ihre Haut am besten pflegt und mit der Sie am besten gegen Dehnungsstreifen vorgehen können.

Microneedling: Mit dem Dermaroller gegen Dehnungsstreifen

Hautroller ermöglichen ein gezieltes Vorgehen gegen Schwangerschaftsstreifen. Die Behandlung erfolgt entweder in Eigenregie oder beim Dermatologen. Beim Kauf sollte auf ein medizinisch-steriles Produkt von hoher Qualität geachtet werden. Die Dermaroller bestehen aus kleinen Nadeln, die in die Haut eindringen. So wird die Kollagenproduktion angekurbelt. Die Behandlung, die zugegebenermassen nicht ganz angenehm ist, kann insbesondere langfristig von Erfolg gekrönt sein. Sie sollte ca. einmal in der Woche zur Anwendung kommen, damit die Haut sich in der Zwischenzeit regenerieren kann.

Was tun gegen Dehnungsstreifen?
Dass Cremen gegen Schwangerschaftsstreifen helfen, ist nicht bewiesen.

Cremes & Öle: Vitamin-A-Säure, Grüntee & Co.

Sie sind der Klassiker in der Behandlung von Schwangerschaftsstreifen. Inwiefern sie wirklich helfen, ist nicht abschliessend zu klären. Sicher ist, dass sie die Hautpflege unterstützen, sodass die Haut weniger schnell einreisst. Zudem kann die Kollagenproduktion durch Wirkstoffe wie Silizium, Peptide oder Vitamin-C-Abkömmlinge angeregt werden. Grüner Tee kann bei neuentstandenen Dehnungsstreifen der Narbenbildung vorbeugen. Auch Cremes und Seren mit Vitamin A lassen die Narben zurückgehen, sollten aber nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit angewandt werden, da die Präparate zu einer Schädigung des Kindes führen können.

Ultraschallbehandlung: Sanft gegen Schwangerschaftsstreifen

Eine Behandlung mit Ultraschall ist vielleicht die schonendste Methode zur Entfernung von Dehnungsstreifen. Auch hier müssen Sie allerdings einiges an Geduld mitbringen, denn mehrere Sitzungen sind notwendig, bis sich erste Erfolge einstellen. Durch die Schwingungen werden Zwischenräume im Gewebe geschaffen. Auf der einen Seite führt dies dazu, dass Wirkstoffe besser aufgenommen werden können. Auf der anderen Seite wird die Durchblutung verbessert und so das Hautbild gestrafft.

Lasertherapie zur Hautstraffung und Kollagenbildung

Für ein nachhaltiges Ergebnis ist die Behandlung mit einem fraktionierten Laser empfehlenswert. Die sogenannte Rio-Methode, bei der im Rahmen einer manuellen Nadelbehandlung ultragepulste CO2-Laser und Vitamin-A-Säure zum Einsatz kommen, verspricht dabei gute Resultate. Notwendig sind dafür mehrere Behandlungen im Abstand einiger Wochen. Während bei starken Streifen leider nur eine Verbesserung möglich ist, lassen sich bei schwachen Verfärbungen äusserst gute Ergebnisse erzielen.

Fazit: Die besten Mittel gegen Schwangerschaftsstreifen

Eine Vorbeugung von Dehnungsstreifen, die für gewöhnlich aufgrund einer starken Gewichtszunahme und hormonellen Einflusses entstehen, ist nur begrenzt möglich. Die drei Stichworte heissen Sport, Ernährung und Pflege. Grundsätzlich gilt: Je früher Dehnungsstreifen behandelt werden, desto erfolgsverheissender sind die Behandlungsansätze. Microneedling und Lasertherapien sind für gewöhnlich besser als Cremes, doch auch sie können oft Schwangerschaftsstreifen nicht vollkommen entfernen. Ausserdem sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass die Krankenkasse für die Kosten einer Behandlung nicht aufkommt.

Im Endeffekt ist es auf jeden Fall wichtig, sich bewusst zu machen, dass beinahe jede Frau während bzw. nach einer Schwangerschaft am Bauch, aber auch am Po, den Oberschenkeln oder an der Brust Dehnungsstreifen entdecken wird. Wichtig ist es deshalb wohl auch, die Streifen etwas zu kaschieren – etwa mit Selbstbräuner – und zu lernen, sich in der eigenen Haut wieder so richtig wohlzufühlen. Therapieansätze können diese Bestrebungen unterstützen.

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