Cellulite: Orangenhaut den Kampf ansagen

Die meisten Frauen über 20 kennen die unschönen Dellen an Oberschenkeln und Po. Tatsächlich betrifft Cellulite fast ausschliesslich den weiblichen Teil der Bevölkerung und zwar mehr als 80% aller Frauen. Eine Krankheit ist die Orangenhaut nicht, trotzdem wird sie häufig als störend empfunden. Mit diesen Tipps sagen Sie Cellulite den Kampf an.

Warum eigentlich Orange – was ist Orangenhaut?

Cellulite: Orangenhaut den Kampf ansagen
80% der Frauen leben mit Cellulite.

Der Name ist Programm. Die Erhebungen in der Haut an Oberschenkel und Po werden häufig mit der Oberfläche einer Orangenschale verglichen. An den betroffenen Stellen zeigt sich eine noppige Struktur. Kosmetisch mag diese als unschön empfunden werden, eine Erkrankung liegt ihr allerdings nicht zu Grunde.

Stattdessen liegt die Ursache für Cellulite in der besonderen Struktur der weiblichen Haut begründet. Die Flexibilität und Dehnbarkeit der Haut ist durchaus gewollt und im Falle einer Schwangerschaft äusserst sinnvoll. Das weibliche Unterhautfettgewebe besteht aus mehr und grösseren Fettzellen, die als Fettkammern zusammengefasst werden. Zudem verlaufen sie senkrecht zur Oberfläche der Haut, sodass Dellen schneller sichtbar werden. Auch das weibliche Hormon Östrogen trägt dazu bei, dass Orangenhaut entsteht. Es bestimmt darüber, wo Fett sich am schnellsten eingelagert – häufig sind das vor allem die typischen Problemzonen wie Hüften, Bauch und eben auch Oberschenkel und Po.

Nicht allein auf weiter Flur – wen Cellulite betrifft

Wie bereits erwähnt: Mit Cellulite steht keine Frau allein da. Frauen jenseits der 20, deren Oberschenkel oder Po keine Dellen aufweisen, sind eher die Ausnahmeerscheinung. Sind Männer von Cellulite betroffen, liegt dem häufig ein Mangel an Androgenen zu Grunde.

Unterschieden wird zwischen drei Stufen von Cellulite:

  1. Sichtbare Dellen, die sich bei einem Kneiftest zeigen
  2. Dellen, die im Stehen sichtbar werden.
  3. Dellen, die zudem auch im Liegen sichtbar sind.

Ausschlaggebend dafür, wie die Oberflächenstruktur aussieht, ist insbesondere die genetische Veranlagung. Dazu kommen Risikofaktoren, die ebenfalls ins Gewicht fallen. Allen voran ist Übergewicht zu nennen. Die Rechnung dahinter ist eine ganz einfache: Je mehr Fett gespeichert wird, desto mehr treten die einzelnen Bausteine des Fettgewebes hervor. Bewegungsmangel ist ein weiterer Faktor zur Förderung von Cellulite.

Durchblutungsstörungen, die durch Rauchen, Kaffee- oder Alkoholkonsum weiter verstärkt werden, tragen ebenfalls dazu bei, dass die unschönen Dellen entstehen. Wer an Krampfadern oder einem niedrigen Blutdruck leidet, ist häufig ausserdem von Cellulite betroffen.

Inwiefern hingegen Hormonpräparate wie die Anti-Baby-Pille sich schuldig für die Entstehung von Orangenhaut zeichnen, ist nicht abschliessend belegt. Tatsache ist jedoch, dass hormonelle Veränderungen auch Spuren an Oberschenkeln und Gesäss hinterlassen können. Insbesondere Schwangerschaften haben Auswirkungen. So entstehen die kleinen Noppen auf der Haut häufig auch erst nach der Schwangerschaft.

Gegen Orangenhaut ist kein Kraut gewachsen

Die schlechten Nachrichten gleich einmal zuerst: Obwohl in Handel und Werbung viele vermeintliche Wundermittel angepriesen werden, halten teure Cremes, Gels, Strumpfhosen, Tees und Pulver im Normalfall nicht, was sie versprechen. In den meisten Fällen ist eine Wirkung nicht nachweisbar oder nicht ausreichend wissenschaftlich belegbar.

Als einzig wirksam entpuppt sich ein langfristiges und konsequentes Konzept mit Hausmitteln, die so simpel wie effektiv sind. Allerdings können auch sie nicht alle Zeichen der Zeit ausradieren, aber dazu beitragen, dass Sie sich wieder wohler in Ihrer Haut fühlen können.

durchblutungsfördernde Massage
Massagen an den betroffenen Stellen fördern die Durchblutung.

Durchblutung anregen durch Massagen

Häufig werden als Mittel gegen Cellulite Massagen empfohlen. Bürstenmassagen und ähnliches fördern insbesondere die Durchblutung.

Vor allem Bindegewebsmassagen und Lymphdrainagen bei einem Spezialisten erweisen sich insbesondere dann als zielführend, wenn die Schwellungen mit Wassereinlagerungen verbunden sind.

Zusätzliche Massagehandschuhe oder Roller für Zuhause können den Effekt weiterverstärken, zudem wird dadurch die Haut gepflegt und fühlt sich sanft weich an. Ein schöner Nebeneffekt der durchblutungsfördernden Massnahme.

Dellen einfach wegtrainieren?

Einfach wegtrainieren kann man Cellulite natürlich nicht. Trotzdem sind gezielte Übungen gegen Orangenhaut der effektivste Weg, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Regelmässigkeit lautet das Stichwort im Kampf gegen eine Schwäche des Bindegewebes.

Das beginnt bei kleinen, alltäglichen Angewohnheiten wie etwa statt bequem in den Lift zu steigen lieber die Treppe zu nehmen oder statt mit dem Auto in die Arbeit zu fahren lieber auch mal auf das Fahrrad umzusteigen.

Wer regelmässig Sport treibt, verfolgt damit gleich mehrere Ziele konsequent:

  • Abbau von Fetteinlagerungen
  • Aufbau von Muskelmasse
  • gezieltes Krafttraining

Wer dreimal die Woche für 15 bis 30 Minuten trainiert, setzt damit ein Zeichen nicht nur, aber auch gegen Cellulite. Zu den Sportarten, die Oberschenkel und Po in Form bringen und die Dellen schwinden lassen, gehören Tanzen, Radfahren, Joggen, Wandern oder Schwimmen. Ein Minitrampolin für das Wohnzimmer macht nicht nur Spass, sondern strafft auch die betroffenen Hautpartien.

Gesunde Ernährung – gesunde Haut

Gesunde Ernährung bei Orangenhaut
Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist auch beim Kampf gegen die Cellulite wichtig.

Dank Bewegung und Sport beginnen die Pfunde zu schmelzen und auch in Sachen Ernährung gilt: Überschüssige Kilos sollten purzeln. Übergewicht gilt es im Kampf gegen Cellulite zu vermeiden. Allerdings nicht in Form einer Crash-Diät, denn die hat oft den gegenteiligen Effekt und schwächt die Bindehaut weiter.

Stattdessen sollte ausreichend Flüssigkeit (mind. 2-3 Liter pro Tag) getrunken werden. Schwarztee, Kaffee und Alkohol hemmen in grösseren Mengen die Durchblutung und sollten deshalb nur in Massen konsumiert werden.

Statt Weissmehl und Zucker sollten Vollkornprodukte, Gemüse und Obst auf dem Speiseplan stehen. Ingwer und Artischocken beispielsweise können zusätzlich zur Entschlackung beitragen. Eine zuckerarme und basische Ernährung sorgt zusätzlich für ein gleichmässiges Hautbild. So sorgt eine ausgewogene und gesunde Ernährung für eine langfristige und gleichmässige Kalorienreduktion.

Mit mehr Pflege zu weniger Cellulite?

Was die Haut pflegt, ist grundsätzlich schon einmal nicht schlecht. Cremes und Badezusätze können zu weicher Haut verhelfen, Peelings regen die Durchblutung weiter an und entfernen abgestorbene Hautschuppen. Allerdings bekämpfen alle vermeintlichen Wundermittel gegen Cellulite nicht die Wurzel des Problems. Sie bleiben an der Oberfläche und können im besten Fall das Hautbild straffen.

Eine kostengünstigere und durchblutungsfördernde Massnahme sind Wechselduschen, auch wenn sie im ersten Moment Überwindung kosten. Dazu das Wasser im Wechsel auf heiss und kalt stellen und den Duschvorgang mit kaltem Wasser beenden.

Operative Eingriffe gegen Orangenhaut

Als möglichen Ausweg sehen viele Frauen einen operativen Eingriff. Eine Fettabsaugung (oder Liposuction) ist ein möglicher Ansatz, der allerdings gleichzeitig nicht zwangsläufig den gewünschten Effekt erzielt. Wird dies in Erwägung gezogen, sollte im Vorfeld ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt geführt werden.

Weitere mögliche operative Eingriffe sind:

  • Subcision: Dabei werden mit Hilfe einer scharfen Kanüle die Bindegewebsstränge, die für die Dellen verantwortlich sind, gelöst.
  • Endermologie: Diese Art der Tiefenmassage bzw. Saug-Roll-Massage ähnelt einer Lymphdrainage, verläuft jedoch deutlich intensiver, der Fettabbau soll dadurch angeregt werden.
  • Photodynamische Therapie: Die Photodynamische Therapie ist insbesondere als Behandlungsansatz für Hautkrebsvorstufen bekannt und wird seit einiger Zeit auch gegen Cellulite eingesetzt.

Fazit: Nicht den Kopf in den Sand stecken

Cellulite ist ein kosmetisches Problem, das überwiegend Frauen betrifft und keine Einzelfälle kennt. Stattdessen ist so gut wie jede Frau von den kleinen Dellen an Oberschenkel und Po betroffen. Während die Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bewegungsmangel effektiv bekämpft werden sollten, stellt sich die Frage, ob und wie Cellulite selbst behandelt werden kann und sollte.

Wichtig ist, für ein allgemeines Wohlbefinden zu sorgen. Wer genügend Sport macht, sich ausgewogen ernährt und zudem seine Haut pflegt, fühlt sich gleich um einiges wohler in seiner Haut. Zudem lässt sich eine Orangenhaut mit einer sanften Sommerbräune – sofern hierbei auf einen entsprechenden Sonnenschutz geachtet wird – sanft kaschieren.

Bild 2: © vladimirfloyd – stock.adobe.com